Studium Parapsychologie:
Es besteht an einige
Universitäten die Möglichkeit "Grenzgebiete der
Psychologie / Parapsychologie" als freiwilliges Zusatzfach
zu studieren und eine Prüfung abzulegen.
Im "Studienplan für den
Diplomstudiengang Psychologie" werden die Lehrinhalte wie
folgt umschrieben: "Im Themenbereich des Zusatzfaches
'Grenzgebiete der Psychologie' werden psycho- und
sozialhygienische Fragestellungen behandelt, die an weit
verbreitete 'okkulte' oder 'magische'
Erlebnisbereitschaften anknüpfen. Unter der historischen
Perspektive wird der 'Okkulttradition' nachgegangen und
deren Einordnung im Entdeckungsprozess der
Wissenschaftsgeschichte ermöglicht.
Die 'Parapsychologie' untersucht unter dem 'kognitiven'
Aspekt das Problem der 'außersinnlichen Wahrnehmung' in
den drei Formen der Telepathie, des Hellsehens und der
Präkognition. Dabei wird geprüft, ob und unter welchen
Bedingungen Organismen in der Lage sind, Informationen
außerhalb bisher bekannter Sinnesorgane aufzunehmen. Unter
dem 'motorischen' Aspekt wird die Frage der 'Psychokinese'
untersucht, ob und in welchen Bedingungsgefügen
menschliche Organismen eine direkte Wirkung auf materielle
Systeme außerhalb bisher bekannter physikalischer
Erklärungszusammenhänge ausüben können."
Frühe Forschung:

William James
Der amerikanische Psychologe
und Philosoph
William James (1842–1910) gehörte mit zu den frühen
Forschern auf dem Gebiet der Parapsychologie.
Die Geschichte der
Parapsychologie begann 1862 mit der Gründung des Ghost
Club in England, der es sich zur Aufgabe machte,
Geistererscheinungen zu untersuchen.[12]
20 Jahre später, also 1882, wurde die
Society for Psychical Research (SPR) in London
gegründet. Die SPR war der erste systematische Versuch,
Wissenschaftler und Gelehrte in einer Organisation zu
versammeln, um eine kritische und nachhaltige Erforschung
paranormaler Phänomene zu gewährleisten. Zu den frühen
Mitgliedern der SPR gehörten Philosophen, Gelehrte,
Wissenschaftler, Pädagogen und Politiker wie
Henry Sidgwick,
Arthur Balfour,
William Crookes,
Rufus Osgood Mason und
Charles Richet.[13]
Die SPR teilte ihre
Forschungsgegenstände in verschiedene Klassen ein:
Telepathie,
Hypnose,
Reichenbachs Lebenskraft Od,
Geistererscheinungen und die parapsychologischen
Begleitphänomene des
Spiritismus wie das Tischerücken und
Materialisationen. Eine der ersten gemeinsam vollbrachten
Leistungen war die „Erhebung über Sinnestäuschungen“ (Census
of Hallucinations), die Geistererscheinungen und
Sinnestäuschungen bei Gesunden untersuchte. Diese
Erhebung war der erste Versuch der SPR, mittels
statistischer Methoden paranormale Phänomene zu erfassen,
und die daraus 1886 hervorgegangene Publikation
„Erscheinungen Lebender“ (Phantasms of the Living) wird
immer noch häufig in der parapsychologischen Literatur
zitiert.
Die SPR wurde zum Vorbild
für ähnliche Gesellschaften in anderen europäischen
Ländern und in den Vereinigten Staaten im späten 19.
Jahrhundert. Vor allem auf Betreiben durch
William James wurde die
American Society for Psychical Research (ASPR) in New
York 1885 gegründet.[14]

Carl Freiherr du Prel
In Deutschland gründeten
1886
Albert Freiherr von Schrenck-Notzing und
Carl du Prel die Psychologische Gesellschaft in
München. Sie führte Untersuchungen zur Hypnose und zur
Telekinese durch. Vor allem die gut dokumentierten
Telekineseversuche in den 1920er und 1930er Jahren an der
Münchener Universität, die Schrenck-Notzing im Beisein von
Ärzten und Prominenten vorführte, machten die
Parapsychologie in Deutschland bekannt. Bei diesen
Versuchen mussten sich die Versuchspersonen vor den Tests
im Beisein von Beobachtern entkleiden und umziehen und
wurden bei den Versuchen oft in Käfige eingesperrt und an
Händen und Füßen festgehalten.
Bevor ungewöhnliche Effekte
beobachtet werden konnten, gingen oft Stunden des Wartens
voraus, in denen die Versuchspersonen in eine tiefe Trance
mit lebhaften körperlichen Begleitsymptomen fielen. Die
„telekinetischen“ Phänomene zeigten sich dann in Form
einer Spieluhr, die von selbst zu spielen begann und
danach auf Zuruf des Versuchsleiters vom Medium wieder
angehalten oder neu gestartet werden konnte. Von
emporschwebenden Taschentüchern wurde auch berichtet. Nach
solchen Vorführungen wurden die Gegenstände von den Zeugen
inspiziert. Dem Medium selbst waren phosphoreszierende
Armbänder und Leuchtpunkte auf die Kleidung befestigt
worden, um auch bei geringer Helligkeit mögliche
Täuschungsversuche erkennen zu können. Als Besonderheit
dieser Trance wird ihre erotische Komponente angemerkt: Es
kam mitunter zu Samenergüssen des Mediums während der
Trance, was bei der nachfolgenden Kleiderkontrolle bemerkt
wurde.[15]
Der Schriftsteller
Thomas Mann war als prominenter Zeuge bei den
telekinetischen Vorführungen Schrenck-Notzings mit dem
Medium
Rudi Schneider dabei und verarbeitete seine
Erfahrungen in dem Roman
Der Zauberberg.[16]
Bei der Kriminalpolizei
wurden ab 1919 „Telepathen“ zur Aufklärung von Verbrechen
eingesetzt, um daraus Rückschlüsse über den möglichen
Einsatz von Medien bei der Ermittlungsarbeit zu gewinnen:
„Landesweite Schlagzeilen machte beispielsweise im Sommer
1921 die Frankfurter Wahrträumerin Minna Schmidt. Sie
hatte im Fall eines Doppelmordes an zwei Bürgermeistern in
Heidelberg den späteren Fundort der Leichen bestimmt ...,
was zum Thema für große Feuilletons ... wurde.“[17]
In der überwiegenden Mehrheit der Fälle, in denen
Kriminaltelepathen eingesetzt wurden, konnten diese jedoch
nichts zur Verbrechensaufklärung beitragen. Auch der
Parapsychologe
Hans Bender kam zu der Schlussfolgerung, dass die
Angaben von Hellsehern vielleicht „parapsychologisch
interessant“ seien, aber „für die Ermittlung nutzlos“.
Sogar „gemeingefährlich“ sei es, wenn selbsternannte
„okkulte Detektive“ sich einmischten.[17]
Der französische Arzt
Charles R. Richet forschte systematisch auf dem Gebiet
der Parapsychologie; vor allem untersuchte er
spiritistische Sitzungen, war aber auch der erste, der die
statistische Methode 1895 in die Parapsychologie
eingeführt hat. 1919 wurde in Frankreich das Institut
Métapsychique International gegründet.[18]
Die ersten Forschungen fanden statt mit dem Medium
Franek Kluski, dem nachgesagt wurde, Tiere und
menschliche Formen materialisieren zu können.[19]
In den Niederlanden wurde 1920 die Studievereiniging voor
Psychical Research[20]
gegründet, die ab 1921 die Zeitschrift Mededeelingen der
Studievereiniging voor Psychical Research (MSPR)
herausgab. 1928 begründeten Paul Dietz, Wilhelm Heinrich
Carl Tenhaeff und Emil Wegelin die unabhängige Tijdschrift
voor Parapsychologie (TP).[21]
http://de.wikipedia.org/wiki/Parapsychologie